#GOODTHING: Bonnet Macherin Catharina von Tiny People Organics über klassisches Design in neuen Gewändern

In unserer Blog-Reihe #GOODTHING stellen wir dir kreative und inspirierende Menschen vor, die die Welt mit ihren Produkten zu einem besseren Ort machen. So jemand ist Catharina von Tiny People Organics aus Berlin. 

Catharina hat sich vor zwei Jahren mit umwerfend schönen und nachhaltigen Babymützen selbstständig gemacht. Wir sind schon lange begeistert von den entzückenden Baby Bonnets und der nachhaltigen Philosophie. Wir freuen uns also riesig, euch Catharina und ihr Label zur Begrüßung von Tiny People Organics in unserem Shop vorzustellen! In unserem Interview mit Catharina erfährst du, was ihre Bonnets besonders macht, welche Mission sie mit ihrem Label hat und was ihre größte Herausforderung als Mompreneur ist. 
Tiny-People-Organics-OrbasicsBild von © Catharina Biester


Liebe Catharina, kannst du uns zuallererst ein bisschen von dir und deiner Familie erzählen? Wie bist du aufgewachsen, wo wohnst du jetzt und wie kann man sich euren Familienalltag vorstellen? 

Hey! Erstmal ein großes Dankeschön an euch. Ich freu mich sehr dabei zu sein. Ich bin 34 Jahre alt und lebe mit meiner kleinen Familie in Berlin. “Wir” bestehen aus Mir und meinen Mann Franz, unserem Sohn Emil und unserer Hundedame Margarethe.

Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf in Niedersachsen. Ich war eines dieser Kinder, dass lediglich die Ansage “Wenn es dunkel wird, kommst du wieder heim.” mit auf dem Weg bekommen hat. Mein Elternhaus steht direkt am Waldrand an einer verkehrsberuhigten Straße, einer Spielstraße, wenn man so will. In der Nachbarschaft sind 27 Kinder in meinem Alter aufgewachsen, dort war immer was los. Ob beim Seifenkistenrennen den Hügel hinab oder aus Stöcken und Balken kleine Häuser am Waldrand bauen. Wenn ich nicht draußen war, dann wurde gebastelt, gemalt oder genäht. Meine Mutter und meine Großmutter haben die Person, zu der ich geworden bin, maßgeblich geprägt.

Ich habe dual Modedesign studiert, absolvierte eine Ausbildung zur Damenmaßschneiderin und bin zertifizierte Schnittmacherin. Meine Großmutter hat es aufgrund von Demenz leider nicht mehr so erleben können, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber ich bin mir sicher, dass sie heute sehr stolz gewesen wäre!

Und nun zu unserem Alltag. Dieser ist aktuell entsprechend schwer und verlangt uns unfassbar viel Kraft ab. Da wir keine Kinderbetreuung haben, ist mein Aktionsradius sehr eingeschränkt, – denn ich bin hier eine One-Woman-Show. Ich entwickle die Produkte selbst, stelle sie teils her, bin Einkäufer, Social Media Manager, Customer Support und Sales Agent in einem. Das war anders geplant, aber wir müssen uns alle an die Situation und die Gegebenheiten der Pandemie anpassen. Ich bin mit einem Mann gesegnet, der mir wo er, kann den Rücken stärkt, mir Freiraum schafft und den Tag mit mir gemeinsam organisiert, dass wir meist eine 50/50 Aufteilung schaffen, rund um Kind, Hundekind, Haushalt und Arbeit.

Tiny-People-Organics-OrbasicsBild von © Catharina Biester


Kannst du uns erzählen, was genau Tiny People Organics macht und welche Mission du mit deinem Label hast?

Mein aktueller Fokus liegt auf Kopfbedeckungen für das Alter von 0-4 Jahren, aber ich arbeite gerade auch an neuen Ideen. Zum aktuellen Sortiment gehören zum Beispiel die beliebten Sunbonnets – der Alltagsliebling meiner Kunden – Es umschließt den Kopf, rahmt das Gesicht ein und lässt sich unter dem Kinn mit Bändern schließen. Die Krönung ist der verstärkte Visor, damit bleibt die Sicht auch bei Sonnenschein immer schön klar.

Meine Mission wächst um ehrlich zu sein mit mir. Bei meiner ersten Kappe war das Ziel einfach nur, eine schöne Mütze für meinen Sohn zu machen, ohne viel Schnickschnack oder kunterbunte Prints. Ich hatte mich so in Bonnets verliebt, wollte sie mir aber nicht von amerikanischen Anbietern um die halbe Welt schicken lassen. Mein Mann hat bei ersten Interessenbekundungen auf Spielplätzen oder im Freundeskreis direkt gesagt: “Du solltest sie online mal anbieten und schauen was passiert.” Gott sei Dank, hat er das gesagt, denn allein wäre ich vermutlich nicht online gegangen!

Heute ist meine Mission, Textilien für Babys und Kleinkinder herzustellen, die nicht nur eine fantastische Qualität haben und bequem sind, sondern auch ethisch und nachhaltig. Ich kontrolliere alle Hersteller immer vor Ort, spreche mit Schneider:innen und im Idealfall sitze ich selbst noch mit an der Maschine, wenn ich mir etwas anders wünsche. Ich betitel mich selbst gern als Textilnerd und liebe es zu sehen, wie Fasern recycelt werden und wie verschiedene Maschinen unterschiedliches Gewebe veredeln.



Was macht Tiny People einzigartig und wie versuchst du dich, von anderen Marken zu unterscheiden?

Mein Alleinstellungsmerkmal ist, dass ich mir ein Produkt genommen habe und darin Expertin geworden bin. Ich denke nicht, dass es heutzutage um Einzigartigkeit geht, sondern dass Authentizität viel wichtiger ist. Jeder Schnitt existiert bereits in der ein oder anderen Form auf dem Markt. Meine Stärke ist, dass ich ein Produkt wachsen und gedeihen lassen kann, bis es unschlagbar ist und für sich allein steht. Ich möchte, dass mein Kunde sagt: “Ich kaufe die Bonnets so gern, weil sie in sich stimmig sind und weil die Qualität einfach so klasse ist.” Ich bin der festen Überzeugung, dass ein gutes Produkt immer ankommt. 

Tiny-Peole-Organics

Bild von © Catharina Biester


Wie kommst du auf Ideen für deine Designs und wie wählst du deine tollen Materialien und Formen aus? 

Mein aktuelles Design ist inspiriert von klassischen Babykappen, die seit Jahrhunderten Babyköpfe schützen. Es werden noch andere Mützenmodelle folgen, aber unser jetziges Modell hat ein ganz klassisches Design in neuen Gewändern.
Die Auswahl unserer Materialien kann manchmal ein ganz schöner Prozess sein. Der Weg zu unseren Leinen zum Beispiel war eine Reise von 9 Monaten und etwa 16 Probekappen. Ich war viel auf Messen, habe verschiedene Anbieter um Proben gebeten und ihnen Fragen zur Verarbeitung und zum Färbeprozess gestellt. Heute arbeite ich mit einer Firma in Litauen zusammen, bei denen alles lokal produziert und angebaut wird. Alle Materialien werden genau durchleuchtet, in der EU angebaut und tragen ein offizielles Bio-Siegel.

Tiny-People-Organics-OrbasicsBild von © Catharina Biester


Hast du einen persönlichen Liebling unter deinen Produkten und hast du schon Pläne für neue Babyartikel?

Absolut. Ich liebe das Sunbonnet in “Sand” und meine ganz große Liebe ist ein Neuzugang, das Pale Banana Pixie. Die Pixie Bonnets sind kuschelweich, elastisch und für die Kleinsten unter uns gemacht.
Wir sind gerade im Entwicklungsprozess für eine Kleiderkollektion vom Newborn bis zum Kleinkind. Ich weiß noch, wie sehr ich mich bei einigen Kleidungsstücken immer geärgert habe und dachte “Wieso ist da ein Knopf? So unpraktisch für ein Baby!” Da ich das Label bisher ohne Fremdkapital aufgebaut habe und alles in Eigenleistung passiert, sind immer nur kleine Sprünge möglich.


Was liegt dir bei der Herstellung besonders am Herzen?

Zuallererst Qualität. Ich muss zugeben, dass ich manchmal anstrengend sein kann. Wenn etwas von meiner Vorstellung abweicht, dann ist es grundsätzlich raus. Mitarbeiter sind der zweite Punkt. Wenn jemand viel Herz in etwas legt, dann muss es auch entsprechend honoriert und entlohnt werden. 


Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich? Wie lebst du es mit Tiny People Organics und privat? 

Nachhaltigkeit heißt für mich Langlebigkeit und natürliche Materialien. Das nachhaltigste Kleidungsstück ist immer das, das du bereits gekauft hast. Deswegen gebe ich gerne mehr Geld für ein Kleidungsstück aus, aber trage es dafür entsprechend lange.
Nachhaltigkeit bedeutet auch, ressourcenschonend und achtsam mit allem im Alltag umzugehen. Ich kaufe Obst und Gemüse nur unverpackt und achte auf meine Ernährung – hier meist vegan – und kaufe nicht zu viel ein. Ich frage mich bei neuer Kleidung, ob ich sie wirklich benötige und hänge Kleidungsstücke lieber an die frische Luft, als sie sofort zu waschen.

Tiny-People-Organics-OrbasicsBild von © Catharina Biester


Was hast du vor Tiny People Organics gemacht?

Ich war in einer leitenden Position bei OUTFITTERY tätig. Ich hatte das tollste Team, voll wunderbar warmer und positiv-verrückter Menschen. Dort durfte ich viel lernen und mitnehmen auf meine Reise. Leider hat es nach Ende meiner Elternzeit nicht mehr gepasst, also habe ich mich nach knapp 7 Jahren verabschiedet und bin nun ganz frisch “Vollzeit” bei Tiny People Organics dabei. 

Tiny-People-Organics-OrbasicsBild von © Catharina Biester


Wie sieht ein typischer Morgen bei dir aus? Hast du eine bestimmte Routine?

Absolut, ich denke wie alle Mamas und Papas da draußen. Nach dem Aufwachen bekommt jeder seine Bad-Zeit, gefolgt von Porridge oder Müsli. Manchmal sogar angezogen, wenn wir Glück haben. Ich muss immer lachen, meist wird das morgendliche Ankleiden bereits zur familiären Zerreißprobe. Dann bringt einer von uns den kleinen Mann mit Margarethe in die Kita oder wir gehen spazieren, je nachdem ob wir in die Kita dürfen oder nicht.


Welche Vorbilder inspirieren dich? 

Ich höre wahnsinnig gern den OMR Podcast, die Folge mit Lea-Sophie Cramer von Amorelie inspiriert mich, zum Beispiel. Sie hat einen tollen Drive und ist unfassbar warmherzig und nahbar. Sissi von Hardenberg finde ich auch klasse. Nach dem Ende von BLOOMY DAYS hat sie sich hochschwanger gleich wieder ins nächste Projekt gestürzt.
Und dann Anna Alex, unter der ich lange bei OUTFITTERY arbeiten durfte. Ich konnte dort eine Führungsposition mit Personalverantwortung übernehmen und wende jetzt viel Erlerntes an. Dort bin ich erwachsen geworden. Dafür bin ich unglaublich dankbar.


Was war bisher deine größte Herausforderung mit Tiny People Organics? 

Die größte Herausforderung ist ganz klar Corona. Seit über einem Jahr ist das Arbeiten nur mit Einschränkungen möglich und viele Pläne müssen erstmal hinten angestellt werden. Hätte mir jemand vor über einem Jahr erzählt, dass wir nur sporadisch Kinderbetreuung haben und Familien mehr schlecht als Recht abgesichert werden, hätte ich ungläubig den Kopf geschüttelt. Aber es ist wie es ist, wir schaffen das alle gemeinsam! 

Tiny-People-Organics-OrbasicsBild von © Catharina Biester


Wie schaffst du es, den Mama-Alltag und das Selbstständig-Sein unter einen Hut zu bekommen? Hast du spezielle Tipps für Mompreneurs? 

Ohne Struktur klappt bei uns gar nichts. Wir machen uns vor jeder Woche einen Wochenplan und setzen Blöcke für die Arbeit und Zeit mit Kindern. Und wenn der Kalender mal nicht aufgeht, atmen wir einfach tief durch. Ich denke, dass Wichtigste ist immer die Einstellung. Schaffe dir keine unmöglichen Aufgaben, feiere kleine Erfolge und sei gut zu dir. Du kannst nicht alles alleine schaffen und das ist auch okay. Manchmal muss auch etwas liegen bleiben, es wird morgen auch noch da sein. 


Was wünscht du dir in der Zukunft für dich und deine Firma?

Ich hoffe, dass ich weiterhin das machen kann, was ich wirklich liebe. Ich finde Kleidung einfach fantastisch – sie schützt uns und spiegelt unsere Persönlichkeit wider. Gleichzeitig sollte sie aber keinen Schaden anrichten, wohin es leider noch ein weiter Weg ist. Ich wünsche mir, dass ich mit Tiny People Organics weiter einen kleinen Teil dazu beitragen kann, dass Kleidung nachhaltiger wird.

Tiny-People-Organics-OrbasicsBild von © Catharina Biester


Bitte vervollständige den Satz: “Kinder sind großartig, weil…“ 


… sie dafür sorgen, dass wir Dinge wieder zum ersten Mal erleben. Weil sie uns die kleinen Dinge zu schätzen lernen und wir uns wieder auf das konzentrieren, was wirklich wichtig im Leben ist. Kinder entschleunigen uns und geben uns ein achtsames Bewusstsein für unser Umfeld.

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Vielen Dank Catharina für dieses tolle Gespräch, deine Einblicke in Tiny People Organics und deine Ehrlichkeit! Wir finden es großartig, dass du einem so klassischen Produkt deinen eigenen Stil und so viel Nachhaltigkeit verleihst. Wir freuen uns riesig, deine Bonnets jetzt auch bei uns im Shop anzubieten und sind natürlich unglaublich gespannt auf alles was noch kommt!

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Header Bild: © Catharina Biester

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