Was macht Kleidung wirklich nachhaltig?

ir lieben unser Kinder, unseren Planeten und wir lieben Mode. Als fürsorgliche Eltern wollen wir das beste für unsere Kinder und ihre Zukunft, natürlich auch wenn es um Kleidung geht. Aber wie wissen wir eigentlich, was das Beste bei Kinderkleidung ist? Die Wörter “grün” und “bio” werden ziemlich viel herumgeworfen, aber es ist oft gar nicht klar, was ein Produkt tatsächlich nachhaltig macht. Mit diesen Fragen weisst du beim Kauf von Kleidung genau, dass du etwas Gutes tust.

Lass uns herausfinden, was echte nachhaltige Mode ausmacht! 

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Warum ist es überhaupt wichtig?

Zuallererst: Warum ist es überhaupt wichtig, dass sich etwas in der Modeindustrie ändert? Wie viele bestimmt wissen, hat diese Industrie einen massiven Einfluss auf Mutter Erde und deren Menschen und Tiere. Die Modeindustrie verschmutzt den Planeten, die Meere und die Luft leider auf viele Weisen. Der Hunger nach immer neuen Outfits führt dazu, dass in jeder Sekunde eine ganze Lastwagenladung an Kleidung weggeschmissen wird (The Guardian).

Heute arbeiten 33 millionen Menschen in dieser Industrie, wo Kinderarbeit traurigerweise immer noch vorkommt. Und die Liste an negativen Auswirkungen von Kleidung ginge noch viel weiter.

Die schlechte Nachricht zuerst

Um ganz ehrlich zu sein, so etwas wie 100% nachhaltige Kleidung gibt es gar nicht. Man könnte mit seiner Familie den ganzen Tag nackt rumlaufen, aber falls du jemals den Berliner Winter gespürt hast, ist das keine reelle Option.

Selbst biologische Baumwolle wächst nur im warmen Klima, muss lange Distanzen zu uns nach Europa reisen und setzt dadurch signifikante Mengen an CO2 frei. Aber das gibt uns nur noch mehr Gründe, die dinge zu ändern die wir ändern können!

Die gute Nachricht

Es gibt trotzdem viele Möglichkeiten, nachhaltiger zu sein. Wir alle haben es selbst in der Hand, besser Entscheidungen zu treffen. Jedes Mal, wenn du in der Stadt einkaufst oder Online nach Neuheiten stöberst, kannst du dich für etwas entscheiden, dass weniger Auswirkungen auf die Umwelt hat. Und die Zahl der nachhaltigen Optionen wächst sogar!

Fangen wir an, etwas Licht in die Sache zu bringen.

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Nachhaltige Mode - Die Basics
 

Zusammengefasst, hast du drei Optionen für eine bessere Wahl bei nachhaltiger Mode:

  • Ethische Mode
  • Bio Mode
  • Faire Mode

Zum Glück gibt es Überlappungen bei den drei. Und wie du dir bestimmt schon gedacht hast, liegt der Sweet Spot in der Mitte. Wenn du das nächste Mal für deine Kinder einkaufst, kannst du dir die folgenden Fragen stellen.

 

Ethische Mode
Frage: Wer hat meine Kleidung hergestellt? 

Wie der Name schon sagt, dreht sich dieser Teil der Modeindustrie darum, gute und soziale Bedingungen für die Menschen hinter der Kleidung zu schaffen. Ehrliche Kleidung, mit ethischen Standards und einer Bekennung zu Menschenrechten. Hiermit sind Arbeitsstandards, gerechte Löhne, Gesundheitsversorgungen und der Schutz von Kindern vor Kinderarbeit gemeint. Eine Modemarke sollte immer einen Verhaltenskodex mit ihren Herstellern und Lieferanten haben.

 

Bio-Mode 
Frage: Was wird unternommen, um die Umweltbelastung zu reduzieren? 

Dieser Teil der Industrie dreht sich um die Umweltauswirkungen von Mode. Zum Beispiel die Verwendung von Pestiziden, Chemikalien während der Produktion wie Bleichmittel oder die Praxis von Wasserrecycling. Hier kommt nachhaltige Mode ins Spiel. Eine GOTS-Zertifizierung ist zum Beispiel ein guter Indikator für Bio-Baumwolle. Frage Brands einfach nach den verwendeten Stoffen und schau bei den Produkten, die dir gefallen nach den verwendeten Rohmaterialien.

Foto von jdblackPixabay

  

Faire Mode 
Frage: Bekommt jeder in der Lieferkette einen fairen Anteil? 

Hier kommt Fair-Trade Mode ins Spiel. Wenn wir über faire Mode sprechen, geht es um den wirtschaftlichen Teil des Ganzen. Ziel muss es immer sein, besser Umstände für alle Beteiligten zu schaffen und einen Mindestverkaufspreis zu etablieren. Lohnt sich die Produktion für alle beteiligten und leben alle unter fairen Bedingungen? Wenn eine Marke transparent und offen über die eigenen Hersteller spricht, ist es schon mal ein gutes Zeichen.

 

Nachhaltige Kleidung - Eine praktische Anleitung

Wir haben uns angeschaut, welche allgemeinen Fragen man sich bei Kleidung stellen sollte. Lass uns noch tiefer eintauchen und über die Dinge lernen, auf die man konkret beim Einkauf im Laden oder im Online Shop achten sollte: 

  1. Materialien
  2. Produktion
  3. Soziale Auswirkung
  4. Lieferkette
  5. Deine Garderobe

1. Materialien - Woraus wird meine Kleidung hergestellt?

Ein großer Teil unserer Kleidung wird aus Baumwolle hergestellt. Aber nicht jede Baumwolle ist gleich. Nicht-nachhaltige Baumwolle, die heutzutage überwiegend von den großen Kleidermarken eingesetzt wird, verwendet große Mengen an Herbiziden und Pestiziden und braucht eine unglaubliche Menge an Wasser - 2.700 Liter pro T-Shirt um genau zu sein. Biologische Baumwolle dagegen wird aus Pflanzen hergestellt die nicht genetisch modifiziert wurden und setzt keine synthetischen Pestizide ein. Es braucht 91% weniger Blauwasserverbrauch und ein um 46% reduziertes globales Erwärmungspotential.

Es gibt noch mehr Materialien die du mit einem guten Gewissen auswählen kannst. Leinen und Hanf zum Beispiel benötigen viel weniger Wasser als nichtbiologische Baumwolle und sind extrem robust. Eins unserer Lieblingsmaterialien ist Pinatex, ein natürliches Leder aus Ananas-Blättern, ein Nebenprodukt der bestehenden Landwirtschaft, das Landwirten eine neue Einnahmequelle beschafft.

 

2. Produktion - Wie wird meine Kleidung hergestellt?

Die Art und Weise wie deine Kleidung hergestellt wird hat natürlich einen großen Einfluss auf die Umwelt. Wichtig ist zum Beispiel: Werden toxische Chemikalien und andere schädliche Substanzen bei der Produktion vermieden? Der übergreifende Begriff, der eine nachhaltige Produktionsweise beschreibt, ist "Bio-Mode". Wenn du das nächste Mal neue Kleidung einkaufst, achte darauf dass Etiket eine biologische Zertifizierung trägt, um sichergehen dass der Einfluss auf die Umwelt so gering wie möglich war. Die bekannteste Zertifizierung für nachhaltige Mode ist der GOTS standard, aber es gibt auch mehrere andere Zertifizierungen denen du trauen kannst. 

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3. Soziale Auswirkung - Wer produziert meine Kleidung?

Leider sind Kinderarbeit und Löhne unterhalb der Armutsgrenze immer noch die Norm bei vielen Fast Fashion Ketten. Entscheide dich stattdessen für ehrliche und ethische Marken, die Wert auf gesunde und gut bezahlte Arbeitsbedingungen legen und auf Menschenrechte achten. Die gute Nachricht ist: offizielle biologische Zertifizierungen überwachen auch die sozialen Bedingungen der Kleidung die du kaufst.

 

4. Lieferkette - Wie kommt meine Kleidung zu mir?

Auf ihrer Reise zu dir geht deine Kleidung durch mehrere Stationen bevor sie im Laden oder im Lager ankommt: Baumwollfelder, die Garnproduktion und dann der eigentliche Hersteller der die Kleidung webt, färbt, schneidet und näht. Es ist wichtig, dass ein Label transparent bei jedem einzelnen Schritt ist, damit du sichergehen kannst dass jeder in der Lieferkette einen fairen Anteil erhält.

Eine weitere Sache auf die du besonders beim Onlinekauf achten solltest, ist die Art und Weise wie die Kleidung zu dir gelangt. Entscheide dich wann immer du kannst für eine grüne Liefermethode, die den Kohlenstoff-Fußabdruck des Transports ausgleicht und achte darauf, ob die Kleidung mit nachhaltigen Materialien verpackt wird.

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5. Deine Garderobe - Wie kann ich eine nachhaltige Garderobe zusammenstellen?

Bei Nachhaltigkeit geht es nicht nur darum, wie und von wem deine Kleidung hergestellt wird, sondern auch um die Art der Artikel die wir kaufen und wie wir sie behandeln. Indem wir uns eher für schöne Basics und weniger für saisonale Trends entscheiden, bauen wir eine zeitlose Garderobe auf - mit Stücken die wir alle viel öfter tragen.

Und wir können noch mehr für nachhaltige Mode tun. Manchmal können wir auch einfach Second-hand kaufen, denn nicht alles muss brandneu sein. Und lasst uns die Kleidung die wir nicht mehr jeden Tag wollen recyceln und upcyceln! Aus alten T-Shirts werden Jogging Shirts und aus alten Jeans werden Arbeitshosen. So haben wir viel mehr von jedem einzelnen Stück.

 

Du kannst etwas verändern!

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, ein Modeprodukt als "nachhaltig" zu bezeichnen. Als Konsument und Fashion-Liebhaberin gibst du mit jedem Kauf eine Stimme ab: nachhaltig oder nicht-nachhaltige Mode. Dein neues T-Shirt oder deine neue Jeans kreuzen vielleicht nicht alle oben genannten Kästchen an, aber der erste Schritt ist, sich bewusst zu werden, was man kauft. Du machst schon einen guten Job! Lass uns eine Zukunft schaffen, in der unsere Kinder grüne und nachhaltige Mode für selbstverständlich halten. 

Die letzte Frage die wir vielleicht stellen könnten ist: Wer bekommt deine Stimme? 

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