#MOTHERSTORIES - Phine aus Berlin über ihr Familienleben mit 3 Kindern und die Sehnsucht nach einem Zuhause im Grünen

Es ist Zeit für eure Geschichten! In MOTHERSTORIES stellen wir dir eine bunte Mischung aus Mamas vor, die alle etwas gemeinsam haben: sie engagieren sich mit Leidenschaft für Nachhaltigkeit und sind Kund:innen bei Orbasics.

In unserer neuesten Ausgabe treffen wir auf Phine. Sie lebt mit ihren drei Kindern und ihrem Mann Johannes in Berlin und ist eine Hälfte des @mutterbeidiefische_podcast, in dem sie mit ihrer Freundin Sophie über das Leben als Großstadtmutter spricht.
In dem Interview mit Phine erfährst du viel von ihrem Familienleben mit 3 Kindern, wo und wie sie ihre Kraft schöpft und wie sich ihr Leben in der Stadt in Coronazeiten geändert hat. 

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Bild ©  Josepine Weigang
 

Hallo Phine, erzähl uns zum Start gerne ein bisschen von dir und deiner Familie. Wo kommst du her, wie wohnst und lebst du jetzt? 

Ich bin Phine, eigentlich Josephine, aber so nennt mich nie jemand. Ich bin 32 Jahre alt und lebe mit meiner fünfköpfigen Familie in Berlin. Wir leben im schönen Prenzlberg in einer 3-Raum-Wohnung, ganz typisch Altbau. Ursprünglich komme ich aber aus einer Kleinstadt nahe Berlin. Das Studium hat mich vor 12 Jahren nach Berlin gebracht, hier habe ich Johannes kennengelernt und hier bin ich irgendwie erwachsen geworden. 


Du hast Anfang des Jahres dein drittes Kind bekommen – herzlichen Glückwunsch! Wie hat sich dein Familienleben mit 3 Kindern verändert? 

Dankeschön! Tatsächlich war der Sprung von zwei auf drei Kinder gefühlt nicht so riesig wie von einem auf zwei. Der Alltag hat sich insofern verändert, als dass nun wieder ein Minimensch den Tagesablauf bestimmt und sich alles um sie dreht – leise sein, wenn sie schläft, erst los können, wenn sie wieder wach und gestillt ist, usw. Und so vergeht Tag für Tag und die Kleine ist nun schon vier Monate bei uns. 


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Bild © Josephine Weigang 


Wie gestaltest du deinen Tag und ist es dir wichtig, eine gewisse Routine zu haben?

Ich persönlich brauche gar nicht so viel Routine. Ohne Familie könnte ich mir sehr gut vorstellen, spontan in den Tag hineinzuleben. Mit einem schulpflichtigen Kind und zwei kleineren Kindern, die von Anfang an viel Struktur brauchten, musste ich da natürlich aber ran. Der Alltag wird hier momentan, da ich in Elternzeit bin, von den kindlichen Verpflichtungen bestimmt. Das fängt mit dem Aufstehen an, wenn sie wach sind und hört erst wieder abends auf. Ich liebe es aber, an den Wochenenden aus dem Alltag und den Routinen auszubrechen und freue mich schon riesig auf den Sommer, auf Familienleben auf dem Land und dass wir endlich wieder Campingtouren machen können!


Wie hat sich das Familienleben mit 3 Kindern in der Stadt in Covid-Zeiten verändert und kannst du dir vorstellen, auch (wo)anders zu leben? 

Das ist ein Thema, das meinen Mann und mich seit Jahren beschäftigt. Während er schon vor Covid bereit war, die Großstadt zu verlassen, bin ich es erst dadurch geworden. Ich liebe Berlin mit all ihren Facetten. Hier bin ich zu mir geworden. Doch die Pandemie hat alles, was Berlin für mich ausmacht verschluckt. Das entspannte Kaffeetrinken mit Freundinnen, das gemütliche Beisammensein beim Abendessen im Lieblingsitaliener um die Ecke, den Kinobesuch des neuesten Indiefilms, das Erleben von großartigen Musikern auf Konzerten.

Noch nie war das Familienleben in der Stadt so eingeschränkt wie jetzt. Ich sehne mich nach Natur, nach einem See um die Ecke, zu dem die Kiddies mit dem Rad fahren können. Ich sehne mich auch nach all dem, was Berlin sonst gibt, kann mir mittlerweile aber gut vorstellen, die Vorzüge an Wochenenden zu genießen. Ich sehne mich nach einem Familienleben auf dem Land und aus der Stadt aufs Land ziehen wird immer mehr zu einem festen Plan.

Wie sehen das deine Kinder und was sollten Eltern bedenken, wenn sie raus aus der Stadt wollen?


Bild © Josephine Weigang


Besonders der Große setzt sich viel damit auseinander. Natürlich hat er Angst, seine Freunde und sein gewohntes Umfeld zu verlieren, er sieht aber auch ganz klar die Vorzüge eines Umzugs. So lange es dort ein Baumhaus geben wird, ist er glücklich mit dem Familienleben auf dem Land. Dem Kleinen ist das noch ziemlich schnuppe. Und da wir tatsächlich nicht in ein Dorf ziehen werden, sondern eher in eine Kleinstadt glaube ich, dass es gar nicht so viel zu beachten gibt. Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Andersrum sähe es da schon anders aus – rechtzeitig um einen Kitaplatz kümmern zum Beispiel.

Wie hat dich das Muttersein verändert? Und was sind Dinge, die bei dir trotz Kindern nicht zu kurz kommen sollten?

Als ich das erste Mal Mutter wurde, da habe ich noch studiert. Ich habe sehr schnell gemerkt, dass sich das Studentinnenleben nicht mit dem Wunsch, viel bei meinem Sohn zu sein, vereinbaren ließ. So war es zumindest bei mir. Ich habe aber auch schon oft gegenteiliges gehört. Also musste ein 9 to 5 Job her und den fand ich im Verlagswesen. Noch heute bin ich extrem froh darüber und mein Beruf als Redakteurin fühlt sich fast wie eine Berufung an. Wer weiß also, wo ich heute sonst wär, hätte ich meinen ersten Sohne nicht bekommen.

Menschlich, bin ich viel gelassener. Ich bin grundsätzlich ein schnell gestresster Mensch. Mein Mann würde jetzt sagen, dass das immernoch so ist und das stimmt auch, aber im Gegensatz zu meinem kinderlosen Ich bin ich mittlerweile seeehr gelassen.

Mit einem Säugling beginnt für mich gerade wieder eine Zeit, in der ich meine eigenen Bedürfnisse sehr weit hinten anstelle. Das ist für einen begrenzten Zeitraum auch unproblematisch, aber ohne meine guten Freundinnen geht nichts. Hier darf für mich vor allem nicht zu kurz kommen, Gespräche zu führen, die nicht von unseren Kindern handeln. Ich möchte Input haben, der über Pipi und Kacka hinausgeht. Und da wir uns momentan nicht persönlich treffen können, wird regelmäßig gezoomt.


Wie findest du wieder zu dir und woraus schöpfst du Kraft, wenn der Alltag mal über den Kopf wächst? Was können Eltern tun, um im Gleichgewicht zu bleiben? 

Wenn mir mal alles Zuviel wird, dann kommuniziere ich das meinem Mann gegenüber. Dann packt er sich die Kinder ein und fährt mit ihnen zu den Großeltern. Wenn sich Elternpaare gegenseitig diesen Freiraum geben, auch mal nur für sich selbst verantwortlich zu sein und richtig Ruhe zu haben, dann hilft das schon ungemein. 
Ich schöpfe tatsächlich viel Kraft aus dem Alleinsein. Ganz allein. Da reicht ein Tag aus. Auch Musik hebt extrem meine Laune und lässt mich Energie tanken.
Vor 1,5 Jahren hat sich bei mir eine kleine Pflanzenleidenschaft entwickelt. Das Vergraben der Hände in Blumenerde „erdet“ mich. Ich entspanne dabei und kann sehr gut den Kopf ausschalten
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Was machst du in deiner Freizeit, wenn du welche hast? 

In meiner Freizeit, von der ich aktuell mit Baby nicht viel habe, mache ich gern einfach nichts. Ich lege mein Handy weg, alles ist ganz ruhig und ich genieße einfach die Stille um mich herum.
Wenn ich nicht „nichts“ mache, dann lese ich gern, besonders wenn man in dem Buch in andere Welten eintauchen kann. Ich würde ja gern auch Sport in meiner Freizeit machen, aber ich mag leider kein Sport. Anstatt dabei runterzukommen, zähle ich die Minuten, wann eine Einheit endlich zu Ende ist.


Welche Frauenvorbilder inspirieren dich? 

Ich habe eine Leidenschaft für Kinderbücher und meine Vorbilder sind Schriftstellerinnen, die es schaffen, Kinder zu verzaubern und in andere Welten zu entführen. Cornelia Funke, Frances Hodgson Burnett, Suzanne Collins und viele mehr. Ich versuche mich immer wieder selbst daran, ein Kinderbuch zu schreiben, aber weiter als bis zu einer groben Idee komme ich immer leider nicht.


Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich und wie äußert sich das Thema in eurem Familienleben? 

Für uns spielt Nachhaltigkeit besonders im Alltag eine Rolle. Ich kaufe zum Beispiel vieles Second Hand. Besonders fürs Baby macht das einfach Sinn. Erstens schont es den Geldbeutel und zweitens sind die Sachen bei solchen Minis meist noch so gut erhalten, dass es total Sinn macht, es nicht neu zu kaufen. Nicht nur bei Kleidung, auch was die Ausstattung betrifft. Darüber hinaus habe ich mich mal damit auseinandergesetzt, wie viele Ressourcen verbraucht werden, wenn neue Kleidung hergestellt wird und das ist einfach erschreckend viel.

Kaufe ich Kleidung neu, dann kaufe ich hochwertig, sodass der Kleine die Klamotten des Großen noch tragen kann. Plastik zu vermeiden ist hier ebenso Standard. Auch wenn die nicht eingeschweißte Paprika mehr kostet als das Dreierpack, greife ich zu dieser. Das sind Dinge, die lassen sich ziemlich leicht umsetzen. Wenn ich Essen von unserem Lieblingsrestaurant hole, nehme ich normalerweise, wenn nicht gerade eine Pandemie herrscht, meine Tupperdosen mit und zum Bäcker kommt der Brotbeutel mit.

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Bild © Josephine Weigang 


Wie bist du auf Orbasics aufmerksam geworden? Warum bist du Kundin bei uns? 

Oh, das ist eine gute Frage! Ich würde mal behaupten, dass ich Orbasics schon ziemlich lange kenne. Ich habe Anfang 2019 für einen Blogartikel nachhaltige Kindermode recherchiert und so landete ich bei euch und bin bis heute Fan. 


Was ist dein Orbasics-Lieblingsteil und warum?

Über mein letztes Wochenbett habe ich die Sweatpants für Frauen lieben gelernt. Gerade der hohe Schnitt macht sie unheimlich bequem. Natürlich trage ich sie jetzt auch immer noch gern.


Was sind deine Lieblings-Kinderprodukte?

Ich mag die Shorts und Shirts für die Kinder super gern. Auch die Longsleeves. Alles ist so wahnsinnig weich, dass auch die Jungs die Sachen total gerne anziehen. 


Was wünscht du dir für die Welt von Morgen? 

Zuallererst wünsche ich mir, dass wir die Pandemie möglichst fix in den Griff kriegen. Dann hoffe ich darauf, dass ein grüneres Denken in den Regierungsköpfen einzieht und die MachthaberInnen der Welt beginnen, an einem Strang zu ziehen. Das ist noch lange nicht alles, die Liste ist lang. Ich wünsche mir, dass meine Kinder in einer diskriminierungsfreien, gleichberechtigten Welt aufwachsen, in der jeder Mensch sein darf, wer er will. 


Kinder sind großartig, weil… 

...sie einen zwingen, inne zu halten und so ehrlich sind. Soviel Ehrlichkeit wie von Kindern bekommt man von keinem Erwachsenen. Kindermund ist so super! 


Vielen herzlichen Dank für deine Zeit und die spannenden Einblicke in dein Leben, liebe Phine! Vermutlich sehnen sich viele von uns unterdessen nach Ruhe und Entspannung im Grünen und danach, der Großstadt einfach mal den Rücken zu kehren.
Der Spagat zwischen einem Familienleben mit 3 Kindern, täglichen Aufgaben und der so wichtigen Zeit für sich, ist wirklich herausfordernd - aber vielleicht kann eine Oase in der Natur da wirklich etwas abhilfe schaffen. Vielen Dank also, dass du uns hier Input und Inspiration gegeben hast! Wir wünschen euch fünf alles Gute und ganz viel Erfolg beim Umzug, wenn es dann soweit ist.

Wenn du auch Lust hast, mit uns über deinen Alltag zu plaudern, schreibt uns einfach an hi@orbasics.com!
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Header Bild: © Josehine Weigang 

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